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12.03.10 15:15

 

Das Handwerk lud ein und die Politik kam

Handwerk Schleswig-Holstein e.V. hatte alle Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages, die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten sowie die Mitglieder der Landesregierung zu einem Parlamentarischen Abend am 24. Februar in die Hermann-Ehlers-Akademie eingeladen und der Abend wurde ein voller Erfolg.

Handwerkspräsident Mietschke

Handwerkspräsident Mietschke

Thorsten Freiberg

Thorsten Freiberg

LIM Olaf Wagner

LIM Olaf Wagner

Handwerkspräsident Mietschke durfte rund 80 Gäste aus dem Handwerk und der Politik in dem ehemaligen Gästehaus der Landesregierung begrüßen. Unter anderem nahmen Landtagspräsident Torsten Geerdts, CDU-Fraktionsvorsitzender Christian von Boetticher, die wirtschaftspolitischen Sprecher der Fraktionen Regina Poersch (SPD-Fraktion), Andreas Tietze (Grüne), Lars Harms (SSW) sowie rund zwanzig weitere Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags teil. Von Seiten der Landesregierung waren die Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang aus dem Wirtschaftsministerium sowie die beiden Beauftragten Hans-Jörn Arp (Mittelstand) und Peter Lehnert (Integration) anwesend. Handwerkspräsident Mietschke zeigte sich hoch erfreut, dass so viele Abgeordnete und Regierungsvertreter der Einladung gefolgt seien. „Diese sehr gute Resonanz zeigt, dass die Politik ein großes Interesse am Handwerk hat. Ich bin mir sicher, viele meiner Kollegen haben die Chance genutzt, Ihre berechtigten Wünsche direkt den Abgeordneten vorzutragen“, sagt Handwerkspräsident Mietschke nach der Veranstaltung.

m Mittelpunkt seiner Begrüßungsrede stand die aktuelle Diskussion um den Sozial-staat in Deutschland. Mietschke forderte ein Ende der polemischen Debatte, in der es zurzeit nicht um Inhalte sondern um die Lufthoheit an den Stammtischen gehe. Er kritisierte, dass das Trennende betont werde, statt nach einem Konzens innerhalb der Gesellschaft zu suchen. Natürliche müsse auch die Frage gestellt werden, ob der Sozialstaat in Deutschland noch effizient arbeite. Handwerksgesellen stellten zu Recht die Frage, ob es gerecht sei, dass sie häufig netto nicht wesentlich mehr verdienten, als eine Hartz-IV Familie vom Amt bekomme. Welchen Anreiz habe ein junger Handwerksgeselle morgens früh aufzustehen, zur Arbeit zu fahren und acht bis zehn Stunden zu arbeiten? Das Handwerk sei bereit seinen Beitrag zu leisten, um insbesondere Jugendlichen eine Perspektive außerhalb der Sozialhilfe zu bieten, betonte Mietschke.

Neben der Begrüßungsrede, in der Mietschke noch weitere aktuelle Themen ansprach, gab es zwei weitere Impulsreferate aus dem Handwerk. Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Thorsten Freiberg schilderte welche Auswirkungen die Konjunkturkrise und insbesondere der kalte, lange und schneereicher Winter auf das Bauhaupt- und auf das Baunebengewerbe haben. Er forderte die Politik auf, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen witterungsbedingte Insolvenzen verhindert werden können. Landesinnungsmeister Olaf Wagner ging in seinem Referat auf die Auswirkungen und Belastungen des Digitalen Tachographen und der Fahrpersonalverordnung auf Handwerksbetriebe ein. Die Fahrpersonalverordnung wurde geschaffen, um insbesondere Berufskraftfahrer zu schützen. Dieses sei auch im Prinzip richtig, nur dürfe das Handwerk darunter nicht leiden. Er forderte, die Schaffung von vernünftigen Ausnahmen, um das Handwerk nicht weiter mit unnötiger Bürokratie und hohen Kosten zu belasten.

Alle Themen wurden im Anschluss bei Speis und Trank an den Tischen weiter ausführlich und intensiv zwischen Handwerk und Politik diskutiert. „Es war ein sehr erfolgreicher Abend für das Handwerk in Schleswig-Holstein“, so Präsident Mietschke. „Ich gehe davon aus, dass wir im Februar des kommenden Jahres wieder zu einem Parlamentarischen Abend einladen werden.“